Leer

Geschrieben von Tobias Schmidt.

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"Der kleine Prinz" - Ein Interview mit dem Ensemble

Geschrieben von T. Schmidt.

Gegen Ende des Schuljahres 2018/19 hat eine Theatergruppe der Stufe EF in unserer Aula das Theaterstück "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry aufgeführt. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Frau Nusch haben die Schülerinnen und Schüler mit großer Disziplin und viel Einsatz und Kreativität gearbeitet und zwei erfolgreiche Auftritte dargeboten. Als Ergänzung zu unserer Bildergalerie, die HIER zu sehen ist haben wir ein Interview mit der Gruppe geführt, das einen besseren Einblick in die Theatererfahrung geben soll. Wir danken den Darstellerinnen und Darstellern für ihren Einsatz auf der Bühne und die interessanten Antworten. (Die Fragen wurden vom Literaturkurs der Stufe Q1 gestellt.)

1. Wieso habt ihr euch für dieses Stück entschieden?

Wir haben wirklich lange überlegt, welches Stück wir spielen möchten. Unsere Theaterregisseurin Nelia Nusch hat sich viele Gedanken gemacht und eine Menge Zeit darin investiert, all unseren Vorschlägen nachzugehen. Manche Stücke wie „Romeo und Julia“ waren uns nicht möglich, weil wir dafür zu wenige Schauspieler zu Verfügung hatten. Wir waren nämlich nur zu sechst. Dann hatte einer von uns die Idee vom kleinen Prinzen. „Der kleine Prinz“ schien uns für alle Altersklassen geeignet und Nelia konnte uns ein wunderschönes Bühnenbild zur Verfügung stellen, weil sie mit diesem Stück bereits viel Erfahrung hat.
Es ist ein wirklich zeitloser Weltklassiker mit einer faszinierenden Philosophie und einer versteckten Gesellschaftskritik, die selbst nach fast einem Jahrhundert noch zutreffend ist. Es ist eine Geschichte, von der jeder einmal gehört haben sollte.

2. Gab es Unstimmigkeiten bei der Rollenverteilung?

Zu Beginn waren ein paar Rollen deutlich beliebter als andere. Um zu entscheiden, wer welche Rollen spielt, haben wir uns einfach miteinander unterhalten. Es war kein Casting nötig und abgesehen von einem einzigen Missverständnis sind alle damit sehr zufrieden gewesen.

3. Konntest du dich in deiner Rolle wiederfinden?

„Ich habe drei Rollen gespielt. Die kleine Blume ist nicht gerade schlau. Das passt eigentlich nicht zu mir, aber ich wäre manchmal gerne auch noch so kindlich. Man verlangt aber von mir, dass ich mich erwachsen und ernsthaft verhalte. Das ist der Punkt, an dem ich mich bei der Geschäftsfrau wiederfinde. Sie schätzt Ernsthaftigkeit über alles. Mit der Schlange habe ich allerdings nichts gemeinsam, weil ich sie sehr egoistisch und hinterlistig finde.“ - Angelina

„Es gab ja gar nicht die Rolle. Fast jeder von uns musste mehrere Rollen übernehmen. Meine zwei Rollen waren die Rose und der Weichensteller. Die Rose wollte ich von Anfang an spielen. Aber nicht, weil ich mich mit ihr identifizieren konnte, sondern weil dies gerade nicht der Fall war. Charakterlich passt die Rose überhaupt nicht zu mir, deswegen war das schon eine große Herausforderung. Aber im Laufe der Proben bin ich immer näher an die Rose herangekommen, was ja auch meine Absicht war.“ - Rosa

„Mit dem König konnte ich mich identifizieren, weil ich auch sehr selbstbewusst und ein wenig arrogant bin. Mir fällt aber nichts ein, was ich mit dem Säufer oder dem Laternenanzünder gemeinsam haben könnte.“ - Mehmet

„Ich konnte mich in meiner Rolle absolut nicht wiederfinden, weil der Pilot sehr ernst und erwachsen ist. Wenn auch nicht ganz, weil er im Herzen noch ein Kind geblieben ist. Nelia hat mir den Tipp gegeben, mir John Wayne als Inspiration anzusehen. Diese abgebrühte männliche Art passt so überhaupt nicht zu mir. Ich bin eher so ein Mensch, der mehr in Wortwitzen als in normalen Sätzen spricht.“
- Yannick

„Der kleine Prinz mag nicht einer der Erwachsenen sein, aber er ist genauso wenig ein Kind wie seine Geschichte für Kinder geschrieben ist. Jedem Erwachsenen, der das denkt, lege ich ans Herz, sie noch einmal gründlich zu lesen. So ähnlich ging es am Anfang auch mir. Ich habe den Prinzen unterschätzt. Während den Proben für unser Stück habe ich immer wieder neue Tiefen seines Charakters entdeckt und es würde zu lange dauern jetzt alle aufzuzählen und mit meinen zu vergleichen. Vor allem, weil er für mich im Endeffekt doch immer ein kleines Geheimnis bleiben wird. Aber ja, ich konnte mich in ihm wiederfinden. Ich mag es sehr an ihm, dass er alles außer Acht lässt, was gerade nicht wichtig ist und viel Wert auf den Sinn von Worten legt. Ich kann es übrigens auch nicht leiden, wenn ich eine Frage stelle und keine passende Antwort darauf bekomme. Der Prinz hat eine wirklich faszinierende Gabe, den Kern einer Sache zu erkennen. Er und seine einzigartige Geschichte strahlen für mich Magie aus. Für den einen mag das ein Grund sein, sie als Kindergeschichte zu betiteln. Ich hingegen bin stolz, jetzt auch ein Stück von seiner Magie in meinem Herzen zu tragen.“ - Amelie

„Was meine Rollen angeht, konnte ich mich mit allen irgendwie identifizieren. Auch wenn es vielleicht keine gute Eigenschaft ist, kann ich manchmal arrogant und sehr von mir selbst eingenommen sein, so wie der Eitle. Das kann aber auch Selbstbewusstsein bedeuten, wobei ich Arroganz jetzt nicht schönreden möchte. Mit dem Geographen kann ich mich am wenigsten identifizieren, dennoch bin ich auch manchmal in diesem Modus, wo man nur arbeiten möchte und dabei eher monoton ist. Und zuletzt konnte ich mich auch etwas mit dem Fuchs identifizieren. Denn wenn man mich einmal kennt und damit klarkommt, dass ich meine Meinung sage, ob es passt oder nicht, wird sehen, dass ich nur wohlwollend, ehrlich und ein treuer Freund wie der Fuchs bin.“ - Yanni

4. Wie war die Atmosphäre unter den Darstellerinnen und Darstellern?

Wir hatten eine tolle Atmosphäre. Zum Glück gab es nie einen Konkurrenzkampf oder ähnliches. Zwischenzeitlich gab es mal Motivationslücken, Unmut und einen damit verbundenen Anstoß von Nelia, aber wir hatten untereinander immer viel Spaß. Vor allem hinter der Bühne. Im Backstagebereich sind einige Geschichten entstanden, die wir zum Glück auf Video aufgenommen haben, die uns die Proben versüßt und Nelia teilweise zur Weißglut getrieben haben. Wir waren schon ein ziemlich chaotischer Haufen. Aber weil wir schon mehrere Jahre zusammen bei Nelia gespielt haben und eine so kleine Gruppe waren, kannten wir die Stärken und Schwächen von jedem einzelnen. Es hat wirklich Spaß gemacht zusammen zu spielen.

5. Was habt ihr für euch im Einzelnen aus den Proben mitgenommen?

„Es steckt verdammt viel Arbeit hinter einem Theaterstück. Wenn ich mal im Theater sitze, werde ich deshalb mucksmäuschenstill sein.“ - Yannick

„Hör auf dein Herz, verfolg deine Ziele und nicht die von anderen.“
- Angelina

“Ich habe aus den Proben mitgenommen, nicht aufzugeben und auch wenn es anstrengend ist, zu 100 % da zu sein. Denn die ganze harte Arbeit zahlt sich am Ende aus.“ - Yanni

„Zwei Dinge: Erstens, wenn du etwas erreichen willst, musst du daran glauben. Zweitens, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ - Amelie

„Teamgeist. Im Endeffekt ist das Stück nur wegen einigen wenigen Personen auf die Bühne gekommen und der Rest hat seinen Teil aus Loyalität beigetragen. Dadurch hat sich vor allem Kampfgeist ausgeprägt. Durchhalten bis zum bitteren Ende.“ - Rosa

6. Hattet ihr Schwierigkeiten bei den Proben, also besonders "Zeitdruck"?

Ja, sehr. Es sind viele Proben ausgefallen und wir haben ewig gebraucht, bis wir den Text wirklich konnten. Dann ist uns noch eine Schauspielerin für längere Zeit ausgefallen und wir hatten nur sehr wenige Proben mit der Technik. Eigentlich stand das Stück tatsächlich erst wirklich zur Generalprobe... Dadurch konnten wir zwar nicht alles perfekt abliefern, aber die Technik hat einen tollen Job gemacht und wir haben noch einmal 120 % auf unsere Leistung draufgelegt.

7. Wie interpretiert ihr das Stück im Bezug auf euch?

„Naja, in dem Stück ist eine Kritik an der Gesellschaft und damit auch an mir. Durch das Theaterstück habe ich mir schon sehr intensiv Gedanken darüber gemacht und natürlich konnte ich mich selbst in eine dieser „Schubladen“ einordnen.“ - Rosa

„Man sollte trotz der bekannten Klischees keine Vorurteile haben.“
- Mehmet

„Nimm dich selbst nicht so wichtig.“
- Angelina

„Erwachsenwerden ist okay, aber man sollte sich selbst immer treu bleiben.“
- Yannick

„Ich bin ein Mensch. Das heißt, ich bin seltsam. Deshalb sollte ich mich öfters hinterfragen und bloß nicht zu wichtig nehmen. Niemals darf ich vergessen, dass ich das Wichtigste in meinem Leben nicht sehen kann. Dass Liebe Verantwortung bedeutet. Dass mir Bewunderung im Endeffekt nichts bringt und dass alles, alles, etwas ganz Besonderes sein kann.“ - Amelie

8. Würdet ihr noch einmal an einem Schultheaterstück teilnehmen?

In diesem Punkt sind wir uns alle einig: JA.
Wir würden uns dafür aber wieder so eine sympathische Gruppe und ein spannendes Stück wünschen.

Vielen Dank für eure Antworten! HIER GEHT ES ZU DEN FOTOS!

EvB on tour... Strukturwandel im Ruhrgebiet

Geschrieben von S. Mombauer.

Am Dienstag den 2. Juli unternahmen die beiden Erdkundekurse der Q1 eine Exkursion ins Ruhrgebiet. Es ging zum Einen darum den bereits in der Q1 erarbeiteten Stoff des Strukturwandels im Ruhrgebiet auch einmal hautnah zu erleben, zum Anderen darum Elemente der Stadtplanung , die in der Q2 thematisch im Unterricht vorkommen, schon einmal vorab kennenzulernen.

Der Startpunkt unserer Exkursion war in Essen, wo wir uns einen Überblick über den Strukturwandel am Beispiel des Krupp Geländes ansahen. Wo früher ein Stahlwerk stand, befindet sich heute die Unternehmenszentrale von Thyssen-Krupp und von den einstigen Industrieanlagen ist nichts mehr zu sehen. Nach einer kurzen Fahrt, die uns durch eine ehemalige Arbeitersiedlung führte, kamen wir in Bottrop am Tetraeder an. Der Tetraeder gehört zu einer von mehreren künstlerischen Gestaltungen der ehemaligen Halden des Steinkohleabbaus. Es mussten einige Stufen erklommen werden, aber dann hatten wir einen hervorragenden Blick auf das Ruhrgebiet und bekamen eine Vorstellung von der Größe der einzelnen Zechen.

Weiter ging es dann zum CentrO in Oberhausen. Hier machten wir einen kurzen Spaziergang, welcher uns auch über die angeblich renaturierte Emscher führte. Alle waren sich einig: hier wollten wir schnell wieder weg. Allerdings erfuhren wir genau an dieser Stelle, dass die Emscher ein offener Abwasserkanal war bzw. in Teilen immer noch ist. Das Wasser wird zwar bevor es in den Rhein fließt durch Kläranalagen gereinigt, aber die Vorstellung entlang dieses Gewässers wohnen zu müssen, war für uns alle unerträglich. Gut, dass die Emscher auch in diesem Bereich bis 2020 wieder sauber sein soll und die Abwässer dann endlich unterirdisch in Kanälen entsorgt werden.

Die Mittagspause verbrachten wir dann in der Coca Cola Oase im CentrO, welches wir vorher im Unterricht ausführlich als Beispiel für den Strukturwandel erarbeitet hatten.

Letzter Halt unserer Exkursion war der Landschaftspark Duisburg-Nord. Hier auf dem alten Gelände der Firma Thyssen steht noch ein Hochofen und die alten Industrieanlagen sind erhalten geblieben. Allerdings hat sich die Nutzung geändert, so kann man z.B. in der alten Gießhalle heute einen Kletterpark erkunden.

Wir bedanken uns ganz herzlich beim Förderverein des EvBs, der sich großzügig an den Kosten der Exkursion beteiligt hat.

 

 

 

DELF-Diplome 2019

Geschrieben von T. Schmidt.

Nach der Auszeichnung unserer Schule und vieler EvB-Schülerinnen und Schüler mit dem Cambridge-Zertifikat für ihre Englisch-Kenntnisse folgte in der letzten Woche die Verleihung weiterer Auszeichnungen am EvB. Frau Landau und Herr Schmitz freuten sich darüber die Sprachzertifikate an die erfolgreichen Teilnehmer der DELF-AG zu überreichen. Das Diplom (DELF steht für Diplôme d’Études en Langue Française) weist hierbei den individuellen Kenntnisstand jeder und jedes Einzelnen in der französischen Sprache aus.

Im Ergebnis gehe es allerdings nicht nur darum, dem Abiturzeugnis ein weiteres Diplom hinzuzufügen. Die Urkunde dokumentiere zugleich, dass man die Teilnahme an einer Prüfung außerhalb der vertrauten Schulmauern nicht scheut - eine Erfahrung, die Viele erst viel zu spät im Leben machen.

Überblick der EvB-Events der letzten und kommenden Woche

Geschrieben von Tobias Schmidt.

Aufgrund der Dichte an Ereignissen in den letzten beiden Wochen des Schuljahres haben wir hier eine kleine Übersicht erstellt (ohne Anspruch auf Vollständigkeit). Es gab und gibt folgende Events:

Montag, 8. Juli - Tag der Nachhaltigkeit (einen Überblick zu den geplanten Veranstaltungen ist HIER zu finden)

Dienstag, 9. Juli - Ausgabe der DELF Zertifikate

Mittwoch, 10. Juli - Volleyballturnier der Oberstufe

Mittwoch, 10. Juli - Einschulung der neuen 5er (Allgemeine Informationen sind HIER zu finden)

Freitag, 12. Juli - Zeugnisausgabe/letzter Schultag

EvB- und Polizei-Sommerkonzert 2019

Geschrieben von Collin Kotthaus (Q1).

Auch in diesem Jahr spielten die Orchester des Musikprofils, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der 5.-7. Klasse des Engelbert-von-Berg-Gymnasiums wieder auf dem Sommerkonzert in der Alten Drahtzieherei Wipperfürth. Große Werke aus Jazz und Klassik kamen dem begeisterten Publikum zu Ohren. Das Besondere war auch in diesem Jahr wieder, dass nicht nur unser Gymnasium, sondern auch das Landespolizeiorchester NRW den zweiten Teil des Abends gestaltete.

Ein großes Lob erhielten die Schülerinnen und Schüler vom Dirigenten Scott Lawton für ihr Engagement beim Einproben der Musik. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Wipperfürther Musikschule und Lehrerinnen und Lehrern des EvB. Hierbei sind besonders Oskar Kliewe (Big Band), Patrick Peuler (Chor) sowie Dirigentin Christine Schiffelmann zu nennen.

Aber wie man das EvB kennt, ist das noch nicht genug. Fiona Dräger beeindruckte mit drei weiteren Stücken am Klavier, die sie zuvor mit großer Hingabe einstudiert hatte. Die Leidenschaft für die Musik stand den Schülerinnen und Schülern in die Augen geschrieben, als sie den Klängen des Polizeiorchesters lauschten.

Das gesamte Publikum, darunter viele Eltern der NachwuchsmusikerInnen klatschten nach erlöschen der letzten Noten voller Stolz und Zuversicht auf weitere tolle Konzerte ihrer kleinen Nachwuchsmusiker sowie der musikalischen Profis.

Einen Eindruck des Konzertes in Bildern ist HIER zu finden.

ZEUGNISKONFERENZEN AM 5.7.2019 - STUDIENTAG FÜR DIE SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER

Geschrieben von Tobias Schmidt.

Wie der Terminkalender bereits seit langem ausweist, ist an diesem Freitag, den 05. Juli 2019, unterrichtsfrei. Wegen ganztägiger Zeugniskonferenzen (Sek I, EF, Q1)  haben die SchülerInnen des EvB am Freitag einen Studientag, an dem sie sich mit umfangreicheren Haus- und Übungsaufgaben beschäftigen werden.

Die deutsch-französische Freundschaft am EvB - Der Jahresrückblick

Geschrieben von Dr. F.R. Links..

Seit über 30 Jahren pflegt die Hansestadt Wipperfürth eine Städtepartnerschaft mit Surgères in Frankreich. Aber schon lange davor legten Lehrerinnen und Lehrer beider Länder den Grundstein für eine Schulpartnerschaft, die maßgeblich zum deutsch-französischen Dialog zwischen dem Oberbergischen und der Atlantikküste beigetragen hat.

Doch in den letzten Jahren ist es etwas stiller geworden. Während das EvB sich weiterhin um die Wiederbelebung des Austauschs bemüht hatte, war das Interesse am deutschen Nachbarn von französischer Seite gesunken. Aber mit dem Schuljahr 2018/2019 ist uns durch das Engagement von Lehrer_innen, Eltern und vor allem Schüler_innen auf beiden Seiten ein Neustart gelungen. Und so haben wir mit einer hochmotivierten Gruppe von Schüler_innen aus den Jahrgangsstufen 7-EF in diesem Schuljahr teilgenommen.

Nach intensiven Vorbereitungen erfolgte Ende November 2018 der ersehnte Besuch unserer französischen Freund_innen aus dem Collège Hélène de Fonsèque in Surgères. Neugier und Aufregung bestimmten die ersten Tage, schließlich war das für die meisten Beteiligten der erste bilaterale Schüleraustausch. In der Vorweihnachtszeit nutzten wir die Gelegenheit, unseren Gästen die Domstadt Köln zu zeigen, beschäftigten uns in Bonn mit der deutschen Geschichte und gewährten unsere Freund_innen einen Einblick in das deutsche Schulsystem.

Insgesamt war es eine sehr gelungene und erkenntnisreiche Woche und ein schöner Auftakt zur Wiederaufnahme unserer deutsch-französischen Beziehungen. Für beide Seiten steht fest, dass wir an der Fortführung des Austauschs in den kommenden Jahren festhalten.
Darüber hinaus macht sich die Fachschaft Französisch stark für weitere Programme im Individualaustausch nach Frankreich, Québec (Kanada) oder in die Schweiz. Bei Interesse steht Ihnen unser Ansprechpartner, Herr Dr. Links (frank.reza.links[ät]evb-gymnasium.de) gerne zur Verfügung.

Nach unserem Gegenbesuch in Frankreich vor den Osterferien ist ein Reisebericht entstanden, der gerne hier nachgelesen werden kann.

Vom Oberbergischen an den Atlantik:

Ein Reisebericht

Puh: Unsere Reise nach Surgères begann richtig früh! Um viertel nach sechs machten wir uns von Wipperfürth mit einem Kleinbus auf den Weg zum Kölner Hauptbahnhof, wo dann der Thalys nach Paris auf uns wartete. In Frankreichs Hauptstadt angekommen, nahmen wir die Métro zur Gare de Montparnasse. Dank einer kurzen Aufenthaltszeit konnten wir die Tour Montparnasse besteigen und genossen somit einen grandiosen Blick über ganz Paris. C’était génial! Doch bald schon mussten wir unsere Reise fortsetzen. Schließlich wollten wir ja endlich bei unseren Austauschpartner_innen in Surgères sein. Der französische Schnellzug TGV brachte uns sodann in Wipperfürths Partnerstadt, wo uns unsere Gastfamilien herzlichst empfingen.

Unser erster Tag in Surgères

Unser erster Tag in Frankreich war excellent. Am Morgen gingen wir alle zur Schule. Wir erfuhren, dass der Unterricht in unserem französischen Partner-Collège in der Regel um 7:55 Uhr beginnt und um 16:30 Uhr endet. Also, fast wie am EvB. Uns fiel gleich auf, dass die Schulglocke ein bisschen wie Entspannungsmusik klingt und viel leiser ist als bei uns. Das fanden wir sehr angenehm.

Zunächst zeigte man uns das Schulgelände. Unsere Austauschpartner_innen hatten alle einen kleinen Text vorbereitet, um uns einen bestimmten Teil des Schulkomplexes zu zeigen. So erfuhren wir, dass das Collège Hélène de Fonsèque einen eigenen Schulgarten hat und die Schüler_innen lernen, selbst Gemüse, Obst und Blumen anpflanzen. Auch die Mensa war viel größer, als wir das aus Deutschland kennen. Aber kein Wunder: Das Collège befindet sich in einem Schulzentrum, wo es noch ein Lycée (das ist die Oberstufe in Frankreich) und eine Berufsschule, ein Lycée Professionnel, gibt. Echt riesig! Denn so erinnert alles an einen Campus, der mit Wegweisern beschildert ist.

Nachdem wir alles besichtigt hatten, gingen wir gemeinsam zu einem offiziellen Empfang beim stellvertretenden Bürgermeister. Er hieß uns herzlich Willkommen und war sehr froh, dass der Austausch nach langer Pause wieder stattfand. Obendrein konnten wir uns dort mit Kuchen und Saft stärken.

Im Anschluss lernten wir in deutsch-französischen Tandems die Stadt Surgères näher kennen. So gingen wir zum Beispiel ins Zentrum, besichtigten die romanische Kirche und entdeckten eine alte Telefonzelle aus Deutschland, welche Wipperfürth ihrer Partnerstadt geschenkt hatte. Es war sehr aufschlussreich zu sehen, was die kleine Stadt in der Charente zu bieten hat.

Am Nachmittag hatten wir Freizeit mit unseren Gastfamilien, in denen wir viele unterschiedliche Aktivitäten unternahmen. Einige von uns gingen zum Fußballtraining, andere besuchten eine andere Stadt wie zum Beispiel Rochefort.

Unser erster richtiger Tag in Frankreich war impeccable!

Ein Tag am Collège Hélène de Fonsèque - Unterricht à la française!

Bevor der Unterricht begann, musste jede_r Schüler_in das Schulgelände durch ein von Aufsichtspersonen, den surveillants, bewachtes Tor betreten. Das gesamte Gelände ist nämlich eingezäunt. Die deutschen Schüler_innen bekamen Mentor_innen und waren in verschiedenen Klassen untergebracht. Gleich zu Beginn der ersten Stunde stellten wir einen Unterschied zum deutschen Schulsystem fest: Die Schüler_innen müssen die Lehrkräfte stehend begrüßen. Aufgrund von mehreren Kursfahrten gab es keinen regulären Unterricht und die Kurse mussten teilweise zusammengelegt werden. Daher hatten wir keinen Einblick in einen „ganz normalen“ Schulalltag.

Die Räume hatten eine gute technische Ausstattung, die die Lehrkräfte auch durchgehend benutzten. Eine Unterrichtsstunde dauert 55 Minuten, nach 2 Stunden gibt es 15 Minuten Pause. Beim Unterricht fällt auf, dass die Schüler_innen sehr still sind und die Lehrkräfte vor allem den Unterricht leiten. Es gibt nur selten Gruppenphasen.

Von 12:00 bis 13:30 Uhr findet die Mittagspause statt, in der fast alle Schüler_innen in der Mensa speisen. Dafür müssen alle Schüler_innen ihre Taschen in ihre Spinde räumen, die im überdachen Pausenbereich sind. Der Unterricht dauert täglich, außer mittwochs, bis 16:30 Uhr und selbst bei früherem Schulschluss, muss man trotzdem bis halb fünf warten. In dieser Zeit kann man in das CDI gehen. Das Centre de Documentation et d’Information könnte man bei uns mit einer Schülerbücherei vergleichen, die an Schultagen durchgehend geöffnet ist. Aber im Unterschied zu Deutschland gibt es in Surgères eine Bibliothekarin, die dort fest angestellt ist und das CDI leitet. Dort kann man sich selbstständig beschäftigen zum Beispiel mit Recherchearbeiten für Referate oder mit dem Erledigen von Hausaufgaben.

Wir stellten schnell fest, dass es an französischen Schulen viel mehr zusätzliches Personal gibt, als in Deutschland: Neben den Lehrkräften sorgen Aufsichtspersonen, Krankenschwestern und eine Verwaltung für den reibungslosen Ablauf im Alltag. Die Schule ist unterteilt in verschiedene, voneinander abgetrennte Gebäude, in denen verschiedene Fächergruppen unterrichtet werden. So haben beispielsweise die Naturwissenschaften oder Kunst und Musik ihre eigenen Gebäude. Wir persönlich fanden es sehr ansprechend, müssen jedoch sagen, dass viele Dinge in Deutschland anders sind und wir finden den freieren Unterricht in Deutschland besser.

La Rochelle - die alte Hafenstadt am Atlantik

Unseren dritten Tag verbrachten wir in La Rochelle. Als ersten Programmpunkt nahmen wir uns das dortige Aquarium vor. Mit Audioguides ausgestattet sammelten wir zahlreiche Informationen über die unterschiedlichen Tiere, die in den Weltmeeren leben. Das war sehr aufschlussreich, denn so lernten wir auch etwas über die lokale Austernzucht an der französischen Atlantikküste. In der Mittagspause stärkten wir uns bei einem gemeinsamen Picknick am Hafen und genossen die schöne Aussicht.

Um die Stadt besser kennenzulernen, wurde eine Selfie-Rallye organisiert. Wir traten in deutsch-französischen Équipes gegeneinander an und mussten acht Stationen in La Rochelle ansteuern und dazu Fragen beantworten. Dadurch bekamen wir einen ganz anderen Blick auf die Stadt. So war La Rochelle historisch gesehen ein wichtiger maritimer Stützpunkt für den Handel während der Zeit der französischen Könige.
Außerdem bestiegen wir einen Turm, der noch bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis diente. Besonders beeindruckend fanden wir die Inschriften und “Zeichnungen”, die die Gefangenen in die Mauern geritzt hatten. Am höchsten Punkt des Turmes angekommen, konnten wir La Rochelle von oben betrachten und sahen den Hafen mit sehr vielen Booten und kleinen Schiffen.

Am Nachmittag hatten wir dann Freizeit, die wir in Kleingruppen verbrachten, um in Ruhe die Innenstadt zu erkunden oder sogar das ein oder andere Geschäft zum Shopping zu nutzen. Wir stellten bei unserem Bummel fest, dass es in La Rochelle sehr viele Cafés und Buchhandlungen gibt. Überdies hatten wir die Gelegenheit in einer Eisdiele das leckerste Eis der Region zu essen. Quel régal!

Am Abend erwartete uns noch eine kleine Besonderheit. Unsere Gastfamilien hatten in einem Schulraum ein gallisches Buffet vorbereitet und alles liebevoll dekoriert. An der reich gedeckten Tafel konnten wir unterschiedliche Leckereien kosten und lernten somit auch viele Spezialitäten der französischen Küche kennen. Während die Erwachsenen die Gelegenheit für einen Plausch nutzten, gingen wir auf den schuleigenen Bolzplatz, um in deutsch-französischen Mannschaften gegeneinander Fußball zu spielen. Das hatte großen Spaß gemacht. Dank der Rallye am Mittag und dem Match konnten wir so zu einer schönen Gemeinschaft heranwachsen.

Einfach mal ausspannen? Das Wochenende in Surgères

Das Wochenende hatte jede_r von uns ganz individuell mit den Gastfamilien gestaltet. So waren manche von uns im Freizeitpark Puy du Fou, haben die Île d’Oléron besucht oder waren an einem anderen der vielen Strände an der nahe gelegenen Küste. Doch am Samstag trafen sich viele von uns auf dem Festi’Pois, einem Kunst- und Kulturfest in Surgères im Rahmen der Woche gegen Rassismus. In einem großen Zelt traten Akrobaten, Clowns und Musikgruppen auf. Eine aus unserer Truppe hatte dabei so große Lust verspürt, selbst wieder Gitarre zu spielen, dass Herr Links ihr kurzerhand von einem Künstler das Instrument besorgt hatte. Sogleich wurde sie eingeladen, selbst etwas auf der Bühne zu spielen und so kam es, dass eine Austauschschülerin vom EvB ganz plötzlich auf einer französischen Bühne stand und ein Lied auf Deutsch interpretierte. Das machte uns alle mächtig stolz und die französischen Gäste waren ganz begeistert von ihrer Darbietung.

Iah, iah, iah!

Ein Besuch bei den Eseln und eine Bootstour im Sumpfgebiet

Am vorletzten Tag vor unserer Abfahrt waren wir auf einem Eselgestüt, das die fast ausgestorbene Eselrasse Baudet du Poitou züchten, und im Anschluss machten wir eine Bootstour durch das Marais Poitevin. Auf Deutsch nennt man es auch „das grüne Venedig“. Die Tour auf dem Gestüt war sehr eindrucksvoll. Wir durften sogar auf eine Koppel gehen, auf der erst wenige Wochen alte Fohlen waren. Diese und die Mutterstuten durften wir sogar streicheln. Davor wurde uns aber erklärt, wie man früher züchtete. Und zwar wurden Kaltblutstuten mit Eseln gekreuzt. Dadurch entstanden dann die Maultiere, die die wichtigsten Nutztiere in den vergangenen Jahrhunderten waren. Nachdem wir uns das ganze Gelände angeschaut hatten, durften wir zwei Esel durch einen Hindernisparcours führen. Die beiden Wallache hießen Edgar und Martin.

In Frankreich ist die Namensgebung so geregelt, dass für jedes Geburtsjahr ein anderer Anfangsbuchstabe aus dem Alphabet ausgewählt wird. 2019 ist zum Beispiel das „J“-Jahr und die Fohlen bekommen Namen wie zum Beispiel Jazz, Joséphine usw. Als Besucher darf man Namensvorschläge für die Neugeborenen machen. Und wer weiß, vielleicht bekommt in diesem Jahr sogar eines der neugeborenen Fohlen einen der vor uns vorgeschlagenen Namen?

Daraufhin sind wir dann mit dem Bus zum Marais Poitevin gefahren. Wir haben uns dort in drei Gruppen aufgeteilt und sind durch die Kanäle gefahren. Das Boot wurde mit Paddeln angetrieben. Auf der Fahrt haben wir ein kleines Reh und sogar eine Nutria gesehen. Der Chemieunterricht kam dabei auch nicht zu kurz! So wurde uns gezeigt, dass sich im Flussbett Methangas bildet. Wenn man den Boden aufwirbelt und dann ein Feuerzeug über der Wasseroberfläche anzündet, entsteht eine Flamme. Man hat also den Eindruck, als ob das Wasser brennen würde. Dieses Methangas entsteht dadurch, dass im Herbst die Bäume ihr Laub verlieren, welches dann auf das Flussbett sinkt. Der daraus entstehende Verrottungsprozess produziert dieses entzündliche Gas. Das war sehr spannend. Am Ende haben wir noch ein Bootsrennen mit einer anderen Gruppe gemacht, bei dem Deutsche sowie Französinnen und Franzosen gut zusammengearbeitet haben. Am Ende hat unser Boot sogar gewonnen. Das war voll cool! Wieder an Land haben wir Spezialitäten aus der Region gegessen und Apfelsaft getrunken. Eine davon war ein großer runder Butterkeks. Alles war sehr lecker. Danach hatten wir ein bisschen Freizeit und fuhren schließlich wieder zurück zur Schule. Den restlichen Tag haben wir zusammen mit unseren Gastfamilien verbracht. Insgesamt war der Tag sehr gelungen und es hat großen Spaß gemacht.

Au revoir, les amis! Die Rückkehr nach Wipperfürth

Am letzten Tag hieß es dann gegen 09:00 Uhr Abschied zu nehmen. Unsere Austauschpartner_innen sowie ihre Eltern begleiteten uns zum Zug und wir waren alle ein wenig traurig, dass die Woche schon vorüber war. Auch wenn wir uns schon wieder sehr auf zu Hause freuten, hatten wir doch sehr viel Spaß in Frankreich und kehrten voll bepackt mit neuen Erinnerungen und Erfahrungen nach Wipperfürth zurück.

Insgesamt blicken wir auf einen tollen Austausch zurück, der im Dezember 2018 mit dem Besuch unserer Austauschpartner_innen im winterlichen Oberbergischen begann und im April 2019 in der Nähe der französischen Atlantikküste fortgesetzt wurde. Trotz mancher Kommunikationsschwierigkeiten haben wir viel über Frankreich, die Kultur und die Sprache gelernt und sind froh, ja sogar ein wenig stolz, Teil dieser spannenden Reise gewesen zu sein.

 

Text:

- Helena Burgmer
- Pia Dörpinghaus
- Julia Flosbach
- Sinja Henrich
- Matilda Hinz
- Finja Junker
- Marie Kanitz
- Johanna Koch
- Benny Kosseda
- Mara Sünger
- Emily Schmitz
- Pauline Mutz
- Mascha Nitzling
- Frau Rembold
- Herr Dr. Links

Langtag am Sportprojekttag (Mi, 03.07.19) fällt aus

Geschrieben von EvB-Schulleitung.

Wie im Elternbrief vom 28.06.19 über den Pflegschaftsverteiler mitgeteilt, möchten wir an folgende Regelung für den Langtag am Sportprojekt-Tag erinnern:

Wir freuen uns auf unseren Sportprojekt-Tag am 03.07.19, der um 13:20 Uhr beendet wird. Da die Schülerinnen und Schüler sicherlich am Nachmittag ausgepowert sein werden, werden wir den Langtag am 03.07.19 für die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I und II ausfallen lassen.

Sollten die Familien darauf angewiesen sein, dass ihr Kind (Jg. 5 -7) in dieser Zeit in der Schule eine Betreuung benötigt, sollten die Eltern uns dies bitte mitteilen, damit wir hier entsprechende Vorkehrungen treffen können.

Da im Nachmittag Handball- und Fußballspiele zwischen Lehrern und Schülern stattfinden, wünschen wir uns viele Zuschauer, um unsere Spieler anzufeuern.

Herzliche Grüße
Erhard Seifert
Schulleiter

BIPARCOUR im Deutschen Röntgen Museum in Remscheid-Lennep

Geschrieben von Melina (Stufe 8).

Der Naturwissenschaft-Kurs der 8. Klasse besuchte am 12.06.2019 das Deutsche Röntgen Museum in Remscheid-Lennep. Nach einer kurzen Einführung in der sogenannten “Black Box“, begaben sich die Schüler und Schülerinnen in zweier bzw. dreier Gruppen mit einem Tablet unterm Arm in die jeweils zugeordneten Räumen. Dort wurden den Gruppen auf dem Tablet die zur Station dazugehörigen Fragen gestellt. Bei manchen Stationen stellten sich die Fragen als schwierig dar, aber selbst diese konnten von manchen Gruppen beantwortet werden. Doch im Großen und Ganzen haben alle Gruppen den BIPARCOUR mit Bravour bestanden.

Am Ende der Rundführung versammelten sich alle Gruppen in der “Black Box“ zu einem weiteren Rätsel, den der Kurs mit Leichtigkeit absolvierte. Als Belohnung bekam der Kurs Süßigkeiten, die sich die Schüler und Schülerinnen schmecken ließen. Da die Busverbindung ein wenig kritisch war, warteten die Schüler und Schülerinnen ca. 1 ½ Stunden. Doch selbst die Wartezeit wurde mit fröhlicher Unterhaltung verkürzt.

Die Exkursion wurde unter der Leitung von Frau Ijewski und Herr Mombauer durchgeführt.